Dienstag, 22. August 2017

Schattengestalten

Schattengestalten.
Überall sehe ich Schattengestalten. Wie sie versuchen, wie sie krampfhaft versuchen, ihr Leben zu leben. Perfekt zu sein. Keine Fehler zu machen. Keine Fehler zu sehen.
Ich fahre mit dem Rad. Fahre vorbei an gestutzten Hecken und gestärkten Gardinen. Fahre vorbei an kläffenden Hunden, an schlafenden Katzen, an lachenden Kindern und grimmig guckenden Großeltern. Fahre vorbei an Schulen und Kirchen, alles Institutionen, um uns vor der Wirklichkeit blind zu machen.

Schattengestalten.
Ich wusste nie, was sie mit diesem Wort meinte. Bis jetzt. Wie sie alle versuchen, ihre Schatten zu verstecken, dabei sind sie nicht mehr als ein Schatten ihrer Selbst. Nur ja nicht anders sein. Nur ja nicht merkwürdig sein. Nur ja nicht bunt sein. Sie sind grau. Allesamt sind sie grau. Nur manchmal, wenn sie sich mit der Hand über das Gesicht fahren, dann verwischen sie das Grau und ihre Farbigkeit kommt für einen kurzen Augenblick zum Vorschein. Wenn sie merken, dass man es sieht, malen sie sich die betroffenen Stellen ganz schnell wieder Grau.

Schattengestalten.
Was sind wir nicht alle für Schattengestalten. Und bei dem krankhaften Versuch, perfekt zu werden, werden wir krank. Wir werden süchtig. Süchtig nach Sonnenschein, nach Kaffee, nach Kuchen, nach einem Blickkontakt. Süchtig nach dem Meer, nach Einsamkeit, süchtig nach Nähe. Manchmal sogar süchtig nach Nikotin und Alkohol, nach Essen, nach Nicht-Essen, nach Essen-und-wieder-auskotzen, nach Schmerzen, nach Blut. Süchtig nach etwas, das den Schmerz wegnimmt. Den Schmerz über das Leben, über die Erkenntnis, nicht genug zu sein. Wir machen uns selbst etwas vor, wenn wir sagen, wir kommen klar. Wir kommen nicht klar. Wir kommen schon lange nicht mehr klar. Uns geht es nicht gut, uns geht es beschissen. Seht euch doch nur  mal um. Kriege, Machtspiele, Katastrophen, Klimawandel, Diskriminierungen. Uns geht es beschissen.

Schattengestalten.
Ich weiß jetzt, was sie damit meinte.



Dienstag, 25. Juli 2017

Manchmal sitz' ich so in meinen Gedanken fest und mir wird klar: Es hat sich nichts verändert und ich bin immer noch da.

"So oft hab ich mir vorgenommen, ich lass alles hinter mir. Ich mach mich auf die Reise, nehme mein Leben und fang nochmal an."
- Kerstin Ott "Kleine Rakete"

Ihr Lieben!

Ich weiß nicht, was das ist, aber es fängt wieder an. Langsam, schleichend. Ich hasse mich dafür. Ich versuche, dem entgegen zu wirken. Versuche wirklich, mich dazu zu zwingen, meine gerade geklebten Kleinteile beieinander zu halten, doch es funktioniert nicht. Versuche, den Absturz zu verhindern, doch ich schlittere ungebremst dem Abgrund entgegen. Ich wollte wirklich nur mich mehr bewegen, fitter werden, definierter. Wären da ein oder zwei Kilo bei abgefallen, hätte ich mich nicht beschwert, aber es war nie mein Hauptziel. Und jetzt? Ich habe Urlaub und kriege mich selbst nicht zum Essen gezwungen. Sobald ich etwas in der Hand habe, wird mir schlecht. Ich steige auf die Waage. Seit letzter Woche 2kg abgenommen. Mein erster Gedanke? "Okay, das ist in Ordnung. Reicht jetzt wieder." Mein zweiter, viel lauterer Gedanke? "Da geht noch mehr!" Ana ist wieder da? Oder kündigt sie sich nur an? Was soll ich tun? Mich der Versuchung hingeben? Einen Streit mit Sarah riskieren? Einen Absturz ohne Netz oder doppelten Boden zulassen? Oder erstmal abstürzen und nächste Woche beim Wandern normal agieren? Und was ist danach? Was kommt jetzt wieder auf mich zu? Noch bin ich im Normalgewicht. Noch ist alles im grünen Bereich... aber, ich weiß auch nicht. Ich dachte, wenn ich nur wieder die 50kg geknackt habe und erstmal drüber bin, würde ich merken, wie egal das Gewicht ist, doch das Gegenteil ist der Fall. Sommerfest in der Ausbildung. Richtig tolles, eingelegtes Fleisch gab es. Vom angehenden Koch selber gemacht. Und ich? Ich nehme den Salat vor Furcht vor den Kalorien. Was geschieht mit mir? Wieso? Es war doch alles gut. Ich weiß nicht, ob das jemand von euch verstehen oder gar nachvollziehen kann. Seit, sagen wir, anderthalb Jahren bin ich eigentlich recht sicher gewesen, die Magersucht hinter mir gelassen zu haben. Sogar an Weihnachten dachte ich nicht mehr daran. War stolz, meine Lieblingsschokolade oder Lasagne ohne schlechtes Gewissen essen zu können. Und jetzt kracht die ganze Angst wieder auf mich ein. Die Angst, nicht genug zu sein. Die Angst, immer fetter zu werden. Gestern habe ich aus Angst bis abends nichts gegessen. Wirklich nichts. Als eine Art Experiment. Ob ich das noch könnte, ohne zusammenzubrechen. Hat erschreckend gut und leicht funktioniert. Was soll ich jetzt tun?!

XOXO
eine verzweifelte Nessie


Donnerstag, 13. Juli 2017

Was wäre, wenn ...

Ihr Lieben!

Betrachtet dies als Rückfall oder nicht, ich weiß nicht, was ich dazu sagen werde, aber ich habe morgen den letzten Tag im ersten Lehrjahr und das nächste Mal Schule habe ich erst Ende September. Bis dahin möchte ich wenigstens ein bisschen fitter (und vllt ein bisschen dünner werden). Ich bin im August im Wanderurlaub, da verbrenne ich also ordentlich Kalorien, ist also realisierbar. Ich möchte zumindest meine Oberschenkel straffen und meinen Bauch definieren, denn das, was ich zugenommen habe, ist leider nur bedingt Muskelmasse. Also, mein Plan sieht wie folgt aus:

vom 14.07.2017 bis 21.07.2017 versuche ich täglich 200kcal zu VERBRENNEN, aber nur 1000kcal aufzunehmen (davon hauptsächlich welche aus Eiweißen, nicht Kohlenhydraten!). Das ist eine Reduzierung von rund 500kcal täglich, aber der Verbrauch aus Bewegung ist relativ gleichbleibend.

vom 22.07.2017 bis 28.07.2017 habe ich mir vorgenommen (da ich Urlaub habe) täglich ungefähr 350kcal zu verbrennen (bin ja so gut wie nur im Garten) und bleibe bei 1000kcal täglich.

vom 29.07.2017 bis 04.08.2017 bin ich in der Sächsischen Schweiz im Wanderurlaub mit Sarah. Dort verbrennen wir täglich wahrscheinlich so an die 600kcal, deshalb achte ich dort wahrscheinlich nicht auf meine Nahrungsaufnahme (hauptsächlich aber Eiweiße)

vom 05.08.2017 bis 11.08.2017 ist Praktikum. Ich radele täglich ca. 40min und wenn ich dann noch ein paar Workouts mache, lande ich sicherlich bei einem Verbrauch von ungefähr 400kcal. Dann reduziere ich ebenfalls etwas die Aufnahme auf 900kcal.

Danach plane ich noch nicht, denn soweit im Voraus will ich nichts planen. Aber so ungefähr. Ich will ja nicht wieder untergewichtig sein, aber heute morgen hat die Waage 51KG!!!! angezeigt. Eine Grenze, die ich nie und nimmer wieder erreichen wollte. Ich will einfach das maximalste aus mir rausholen.

Würde ja gerne Vorher-Nachher-Bilder machen, aber leider habe ich keinen Ganzkörperspiegel mehr :/ Deshalb werden es wahrscheinlich krumme und schiefe Selfies werden xD

Wie gesagt, nennt es wie ihr wollt, aber ich hab die Schnauze voll von der 5 vorne. Wenn ich nicht aufpasse, steht nächstes Jahr dort die 6 -.-'

xoxo Nessie

so wäre gut ... na gut, die Oberweite werd ich NIIIIIE haben, aber der Rest scheint machbar

Montag, 10. Juli 2017

Monsters are real. And ghosts are real too. They live inside us and sometimes they win.

Das ist jetzt schon der dritte Anfang dieses Textes. Ich weiß nicht, wo ich mit alldem, was mir im Kopf herumschwirrt, anfangen soll. Ich erinnere mich an eine Zeit, in der alles einfach war. In der alles irgendwie immer Sinn gemacht hatte. Doch diese Zeiten sind vorbei und ich weiß nicht, seit wann. Ich weiß nicht, wo mein Selbst anfängt, meine Welt aufhört. Ich stehe grundsätzlich zwischen den Fronten und versuche, aus allem irgendwie heile herauszukommen und werde bei dem Versuch, alles zusammenzuhalten, auseinander gerissen. Ich suche nach einem Sinn in all den Tagen, die ich hier verbringe und finde doch nur noch mehr Probleme. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll und habe panische Angst, dass etwas enden wird. Ich suche nach Erlösung und finde nur noch mehr Zweifel und Angst.
Die Angst hat sich wieder in meinen Alltag geschlichen. Die Angst, zu ersticken. Die Angst, nicht gut genug zu sein. Die Angst, mir nicht genug Mühe zu geben. Die Angst, alles kaputt zu machen. Die Angst, die mich lähmt. Diese Panik, die mir die Luft zum Atmen nimmt. Ich lasse mir nichts anmerken. Ich lasse es nicht zu, dass jemand diese Angst in meinen Augen sieht. Ich will nicht, dass jemand meine Schwächen sieht. Es fühlt sich so an wie damals, als ich gerade angefangen habe, mich selbst zu hassen. Als ich irgendwann beschlossen habe, dass ich gehen werde. Aber anders als damals habe ich jetzt ein Leben zu leben. Anders als damals bin ich nicht alleine. Damals, da hatte ich viel mehr Angst, aber dennoch vor denselben Dingen.
Und ich vermisse sie. Ich vermisse sie so schrecklich doll. Es gibt so viel, was ich ihr erzählen möchte. Ich würde so gerne glauben, dass es einen Ort gibt, an denen die guten Menschen hingehen und uns weiterhin beobachten. Ich würde so gerne daran glauben. Aber meine rationale Gehirnhälfte ist leider aktiver momentan. Keine Ahnung, warum es dieses Jahr wieder so schlimm ist. Keine Ahnung, warum sie mir immer noch so viel bedeutet. Es ist jetzt knapp sechs Jahre her. Nach einem halben Jahr der Taubheit kam der Schmerz mit Karacho zurück und ebbte seither kontinuierlich und mit jedem Jahr ein wenig ab. Jetzt kehrt er zurück. Und die Angst kehrt zurück. Ich dachte, das alles sei vorbei. Das alles würde vergehen, wenn ich nur lange genug dieses Flüstern ignorieren würde. Doch da irrte ich mich anscheinend.
Es stört mich, dass ich zugenommen habe, es stört mich ganz schrecklich. Ich habe in den letzten zwei Jahren knapp sieben Kilo zugenommen und diese Zahl erschreckt mich. Doch ich weiß, dass es meinem Körper jetzt besser geht. Ich weiß, dass es gesünder so ist. Aber was ich weiß und was ich fühle sind leider zwei grundverschiedene Dinge. Ich wünschte, es wäre anders, aber so ist es momentan nun einmal. Und dass es kaum Sommer wird, nur so zwischendurch mal, hilft auch nicht gerade dabei, meine gute Laune aufrecht zu erhalten.

xoxo Nessie


Dienstag, 27. Juni 2017

Ja, ja ich will für uns das Hochzeitsfest! Nicht erst morgen, sondern JETZT!



Ihr Lieben!

Endlich mal etwas bessere Neuigkeiten. Ich weiß nicht, inwiefern euch das interessiert, aber in unserer Politik bewegt sich etwas! Noch diese Woche soll über die "Ehe für alle" entschieden werden, ohne Fraktionszwang. Das bedeutet, das jeder frei abstimmen darf und nach aktuellsten Umfragen gibt es eine Mehrheit, die dafür ist. Es wäre das Beste, was in dieser Woche passieren könnte. Natürlich ist das alles Wahlkampf und natürlich ist jede Partei in ihrer Weise auf Stimmfang, aber selbst wenn! Wenn wir dadurch alle die gleichen Rechte hätten - wer fragt da schon nach der Ursache für das Umdenken der Politiker? ;)
Mit darin enthalten wäre natürlich das Adoptionsrecht. Es ist vielleicht in meinem Leben gerade nicht aktuell, ob ich Kinder möchte oder nicht, aber es wäre schön, frei darüber entscheiden zu dürfen, ob ich sie MÖCHTE und nicht ob ich es DARF...

Ich werde weiter berichten!
xoxo
Eine hoffnungsvolle Nessie


Donnerstag, 22. Juni 2017

I miss the good times we had. Now I don't know who's got my back.



And somebody told me to light up every room "Make them remember you", but nobody here knows what I'm going through. No, they never do... I miss my old friends 'cause they know when I need them the most. I made some new friends and they're cool friends but they don't know what I do, what I got, who I am and who I'm not.

- "Old friends" - Jasmine Thompson


Ihr Lieben!

Sommer ist da. Naja, fast. Technisch gesehen. Im Moment läuft irgendwie alles... merkwürdig. Mit Sarah ist alles gut. Wir verstehen uns ohne Worte, aber ich vermisse die alten, unbeschwerten Zeiten. Wo alles gut war und alles seine Ordnung hatte. Wenn es mir schlecht geht... ich weiß nicht, an wen ich mich wenden soll. Lee hat jetzt selber einen Freund, aber einen, mit dem ich nicht einverstanden bin. Er ist nur ein Lückenfüller für sie. Das weiß ich und es tut mir leid für ihn, denn er ist auch ein guter Kumpel von mir. Aber was soll ich sagen? Seitdem ist der Kontakt zu den beiden auf ein Minimum abgeflaut. Worüber sollen wir denn reden? Worüber diskutieren? Was sollen wir noch zusammen unternehmen? Wenn wir was machen, zu viert, dann immer dasselbe und wenn wir was anderes vorschlagen, ist alles doof und sowieso ne schlechte Idee... Ich vermisse die alten Zeiten, in denen wir beide einfach nur reden konnten, über alles und nichts.

Und dann ist da momentan nur sie. Ich denke viel an sie und wie oft sie mich wieder aufgebaut hat. Klar könnte ich mit Sarah darüber reden, aber sie ... sie versteht nicht alles. Sie versteht nicht, warum meine Gedanken gerade in diese Richtung gehen, warum mich mein Gewicht nervös macht. warum es so ist wie es ist. Und ich... ich verstehe das alles ja selber nicht ganz.


I miss my old friends...


xoxo Nessie

Donnerstag, 15. Juni 2017

So tief sink ich für dich. rauche, feier, trink für dich mit

Und schreib kitschige Songs, weil ich weiß, dass danach noch was Richtiges kommt. Richtige Songs für immer ergeben. Gebe mich auf, nur um für dich zu leben!
- OK KID "Verschwende mich"

910 Tage. Über zwei Jahre. Ohne Ritzen. Es ist kaum zu glauben, dass ich das schaffe. Aber ich spüre den Rückfall. Die Bequemlichkeit des Kaputtseins. Der Rückhalt der Beständigkeit von seltsamen Angewohnheiten. Und wo bist du? Irgendwo, nirgendwo, überall. In den Blättern der Bäume, die jetzt aufhören zu blühen. In der heißen Erde unter meinen nackten Füßen. Im Kuchen, der mir nicht schmeckt und den ich trotzdem esse, um höflich zu sein. Du bist in meinen Bewegungen, meinen Ohrwürmern, meinen Gedanken wenn meine Gedanken abschweifen. Irgendwie endet alles immer bei dir. Alles endet immer dabei "Sie ist tot..." Es endet immer mit diesem Satz. Letztens, da, da hab ich jemandem von dir erzählt. Ich hab erzählt wie du die Playstation deines Freundes ausversehen die Treppe runtergeschmissen hast. Und die Geschichte endete mit der Frage "Habt ihr noch Kontakt?" und ich habe die berühmten Worte gesprochen, den Dolch in meinem Herzen gespürt und meine Zuhörer zum Verstummen gebracht. Doch ich bin stark. Ich bin immer noch hier. Ich lebe. Und selbst wenn ich für einen kurzen Augenblick zurückfalle... solange ich mir nicht selber wehtue und die Tage weiter gezählt werden, ist alles unter Kontrolle. HAHA, unter Kontrolle... als ob ich sowas in meinem Leben noch hätte!

Happy Birthday nachträglich, beste Freundin! Du bist für immer bei uns!

In Liebe,
Nessie

Mittwoch, 7. Juni 2017

Egal, wer kommt, egal, wer geht, egal es kommt nicht darauf an.

Ich bin dabei, du bist dabei, wir sind dabei uns zu verlieren!
- "Gewinner" Clueso

Ihr Lieben!

Zeit ist vergangen. Viel Zeit. Und obwohl ich es nicht will, scheine ich wieder in ein Loch zu stürzen. Als ob mir jemand den Boden unter den Füßen weggerissen hätte und darunter befindet sich direkt der Abgrund. Seit ich-weiß-nicht-wie-vielen Jahren zeigt die Waage nun konstant über 50kg an und ich spüre jedesmal wie meine Umgebung schwankt. Ich lasse mir nichts anmerken, aber es trifft mich. Ich versuche, trotzdem normal zu essen und zu kochen, doch ich merke, dass meine Wenigkeit weder die Kalorienzahl eines Brötchens noch die Tipps für schnelles Abnehmen vergessen hat. Wieso? Wieso kann es mir nicht egal sein? Steiger ich mich wieder in etwas hinein? Und gerade, wo ich denke, ich schaffe es, diese innerliche Stimme zu ignorieren, da finde ich alte Bilder von mir zu meinen dünnsten Zeiten nach der Klinik. Es sind Bilder von vor Sarah. Es sind Bilder, die mich zeigen, wo es mir emotional beschissen ging. Aber ... ich finde sie immernoch .... schön. ich wäre gerne wieder so schmal. Und das macht mir leider Angst. Angst, die ich nicht kontrollieren kann. Was passiert wieder mit mir? Mein Kopf sagt mir, das wären doch nur 2-3kg, aber ich weiß  ... fange ich einmal wieder an, wird es nicht bei 2-3kg bleiben....







Allesamt von 2014 und nur 6 oder 7kg weniger als jetzt. Krass oder?

xoxo
Nessie

Donnerstag, 20. April 2017

Nie wieder gehen wir von hier weg! Egal, was kommt oder bleibt, wir haben uns beide für immer!

Ihr Lieben!

Zwei Jahre sind Sarah und ich jetzt schon zusammen. Es ist wie ein schöner Traum. Klar, haben wir auch unsere Differenzen und Streitigkeiten, doch nie für lange. Es gibt nichts, über das wir nicht reden können. Alles läuft so gut wie nie. Wir haben beide eine neue Stelle gefunden, die uns gefällt. Ich bin sogar fast so weit, sagen zu können Ich liebe mein Leben. Das war lange nicht so. Natürlich spüre ich zwischendurch noch die Ausläufer von damals ... die Sehnsucht nach Schmerzen und Hunger sind noch nicht vorüber und manchmal, ganz selten, muss ich mich zwingen, etwas zu essen oder gewisse Dinge zu machen, auf die ich eigentlich gar keine Lust habe. Und hin und wieder erwische ich mich noch, wie ich abdrifte oder mich wegträume. Aber das ist in Ordnung. Ich weiß, dass das alles noch in mir drin ist und wahrscheinlich noch lange bleiben wird. Ich spüre zwar immer noch diese krankhafte Eifersucht und diese riesigen Verlustängste und ja, manchmal habe ich das Gefühl, mich mehr anstrengen zu müssen als andere, aber das ist in meinem Kopf, das ist etwas, womit ich alleine klarkommen muss. Ich versuche, diese irrationalen Gefühle mittels meines Verstandes zu unterbinden. Sarah antwortet nicht? Kein Ding, sie ist arbeiten. Das Gefühl, sie würde mich ignorieren oder nicht mehr lieben, ist nur eine Illusion. Hoffentlich. Ich muss mich bei sowas wirklich konzentrieren, aber es geht. Solange ich abends meine Ruhe habe, kuscheln darf und hin und wieder mal ein Gläschen Whiskey trinken kann, habe ich meinen Ausgleich.

Ich hoffe, es bleibt jetzt erstmal so. Ich hoffe für uns, dass sich alles zum Guten wendet, das etwaige Probleme immer lösbar bleiben, dass unser Leben irgendwann so toll wird, dass unsere Herzen sich beruhigen können. Ich weiß, dass es kein Patent zum Glücklichsein gibt  oder eine Anleitung für das Leben, aber ich erkenne jeden Tag mehr und mehr, was ich verpasst hätte, hätte ich damals ernst gemacht. Was ich jetzt alles erleben darf, wäre nie möglich gewesen ohne die Therapie, ohne meine Freunde (vor allem Lee und M.) und ja, auch nicht ohne meine Mama. Trotz dessen will ich die schlechten Erfahrungen nicht missen. Durch sie habe ich erkannt, wer und was ich bin, wozu  ich in Stresssituationen fähig sein kann. Durch sie weiß ich, wie mein Kopf reagiert, wie mein Körper reagiert, und kann gegebenenfalls dagegen steuern.

Ich hoffe, ich kann bald mehr und mehr positive Geschichten erzählen. Falls ihr jemanden zum Reden braucht - ich bin da! Und das meine ich ernst. Ich weiß wie es ist, durch die Hölle zu gehen.

xoxo,
Nessie

Mittwoch, 15. März 2017

Wir sind vom Leben gezeichnet, in den buntesten Farben...

...und wir tragen sie mit Stolz, uns're Wunden und Narben. Wir sind vom Leben gezeichnet mit Dreck und mit Schmutz, doch es glänzt wie Perlmut. Wir sind so schön kaputt...

Ihr Lieben!

Ein weiterer Geburtstag zog an mir vorbei und es könnte nicht. schlimmer. laufen. Ich musste bei meinem neuen Betrieb nun ebenfalls aufhören (momentan bin ich krankgeschrieben). Doch nicht, weil ich irgendwas falsch gemacht hätte, sondern weil die "Chefin" mich angelogen, beleidigt und mir mein Geld nicht gezahlt hat. Jetzt hab ich Stress mit der Krankenkasse, mit dem Arbeitsamt, mit mir selbst. Wieso kriege ich es zum Verrecken nicht hin, eine Ausbildung zu beenden? Was ist daran so schwer? Ich verzweifel so langsam. Ich mache Pläne, gute Pläne, häng mich rein und arbeite dafür, dass alles klappt. Und dann bekomm ich einen Arschtritt, darf wieder und wieder UND WIEDER von vorne anfangen. Ich will nicht mehr. Ich will einen Berufsabschluss und dann einfach arbeiten ... all der Stress ... ich falle langsam wieder zurück in alte Verhaltensmuster. Esse nicht mehr so viel... Damals war alles so leicht. Alles so verdammt einfach. Damals als mein größtes Problem die Kalorienanzahl eines Brötchens war (175...). Damals als sich alles noch mit Sport und Abführmitteln lösen ließ. Als mich die Schmerzen auf meiner Haut von allen anderen Dingen abgelenkt haben...
Aber damals ist vorbei und das nicht ohne Grund. Es ist vorbei und meine Freundin hilft mir, dass es so bleibt. Allein ihre Anwesenheit hilft dabei ungemein. Schlimm wird es erst, wenn sie aus der Tür geht oder ich aus der Tür gehe. Schlimm wird es, wenn ich meine Augen schließe, wenn die Träume wiederkehren und ich mich nicht wehren kann. Ich bin immer noch clean und immer noch über meinem "Safe"-Gewicht. Ich bin noch immer nicht wieder untergewichtig. Aber ich rauche wieder viel zu viel, trinke zu viel Kaffee, stumpfe ab. Nur Musik kann mich manchmal aus dieser Lethargie herausholen.
Aber was laber ich hier. Ich bin jetzt 21 Jahre und habe das Gefühl, nie emotional reifer als 13 geworden zu sein. Wahrscheinlich stimmt das nicht, aber ... egal. Ich gebe auf. Ich gebe einfach auf. Egal, was noch kommt, es ist mir egal. Ich versuche einfach, aus der Situation relativ unverletzt herauszukommen.

Tut mir leid, für das traurige Gelaber... Ich hoffe euch geht es besser und euer 2017 hat besser angefangen.
xoxo Nessie

Mittwoch, 1. Februar 2017

And than she says “its alright. I got lost on the way, but I'm a super girl...“

“... and super girls don't cry!“

Ihr Lieben!

Das Jahr beginnt schon mal ganz und gar nicht gut. In bescheidenen Schritten laufe ich auf den Abgrund zu und meine Freundin gleich hinterher. Denn als ob meine Kündigung im Dezember nicht genug gewesen wäre, wurde sie nun ebenfalls gekündigt - aufgrund ihrer Persönlichkeit -.-' sie sei zu ruhig und würde zu wenig mit den Kollegen quatschen. Ich mein, was ist das für ein Grund?! Sie leistet super Arbeit, ist immer pünktlich und zuverlässig und war bisher nicht einen einzigen Tag krank. Manchmal verstehe ich Erwachsene nicht. Wie sie aus fadenscheinigen gründen uns die Zukunft verbauen. Aber das muss ich auch nicht verstehen. Mein erster Gedanke war ja, dass der Chef oder irgendein Kollege ein Problem mit ihrer Sexualität hat, aber sowas lässt sich schwer beweisen.

Naja ich werde dann mal zur Berufsschule fahren. Viel glück euch allen!

XOXO Nessie

Dienstag, 3. Januar 2017

Nur kurz mal am Rande

Ihr Lieben!

Ihr wisst ja, daas ich jegliche Kommentare vorab lese und dann bestätige (oder eben einfach lösche). Da ich nun gefragt wurde, wieso, hier noch einmal meine Begründung (für die, die zu faul sind meinen Blog einfach mal herunterzuscrollen):

Ich lösche folgende Kommentare, da sie nichts auf meinem Blog zu suchen haben:
- Hass, Hetze, Rassismus und Ähnliche
- Pro Ana/ Pro Mia
- Twinsuchen und Forenwerbung

Beiträge, die triggern könnten, verseht ihr bitte mit einer entsprechenden Warnung. Ich helfe gerne bei Problemen, beantworte Fragen und dergleichen, doch dieser Blog ist KEIN Pro Essstörung Blog mehr. Ich Lasse die alten Einträge lediglich, damit jeder, der sich die Zeit nehmen möchte, meine Geschichte nachvollziehen kann. Bitte versteht das. Es war auch für mich nicht leicht, das alles loszulassen.

Xoxo Nessie

Samstag, 31. Dezember 2016

Hello 2017

Ihr Lieben!

Ich wünsche euch für das kommende Jahr alles erdenklich gute und Schöne. Auf dass eure Taschen voller Liebe und Abenteuer sein werden und ihr euch auf jeden verlassen könnt. Lasst es ordentlich krachen und lebt euer Leben, so wie ihr es wollt.

xoxo Nessie

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Und ich sitze hier und esse Steine...

Ihr Lieben!

Es ist eine Weile her seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe... in der Zeit ist auch ziemlich viel passiert. Ziemlich viel Scheiße um genau zu sein... ich wurde gekündigt, zwei Tage vor Ende der Probezeit. Nicht weil ich schlecht war oder weil ich Schieße gebaut habe oder weil ich unpünktlich, unzuverlässig oder sonst was war. Nein, nichts davon. Ich wurde OHNE GRUND gekündigt!!!! Einfach so. Wieso werden immer MIR Steine in den weg gelegt?! Wieso immer ich?! Ich kann es mir nicht erklären. Und als ob das nicht genug wäre, gibt es anscheinend keinen A**** hier der ausbildet. Entweder sie haben kein platz, kein Geld oder keine Ausbilder. Hatte zwar jetzt zwei Tage Probe arbeiten, aber es meldet sich noch keiner... ich stehe wieder am anfang vom Ende. Dabei war ich sooo gut in dem was ich gemacht habe. Wirklich...

Noch dazu kommt jetzt, dass ich eventuell einen Knoten in meiner Brust habe, aber mein nächster Termin beim Arzt ist erst im Februar. Hoffentlich ist das nichts, das wäre das Ende...

Ich kann nicht mehr, ich bin erledigt, ausgebrannt. Weiß nicht, wie es weitergehen wird und soll.

Sorry für die schlechten Nachrichten,
xoxo Nessie

Mittwoch, 23. November 2016

Es gibt tausend gute Gründe, hier zu bleiben. Ich werd noch tausend Liebeslieder für dich schreiben!

Ihr Lieben!

Es ist kalt geworden. Und dunkel. Ich mag die Dunkelheit nicht. Es kehrt die schlimmsten Seiten an einem Menschen heraus. Allerdings habe ich momentan Berufsschule, was ziemlich cool ist. Zumindest wenn man die lange Fahrt außer Acht lässt. Ich bin bis jetzt Klassenbeste, habe noch nicht eine Note schlechter als 1 bekommen und ich hoffe, das bleibt so, denn ich möchte die Ausbildung gerne verkürzen.

Ich merke jedoch wie ich (like every winter) in alte Verhaltensmuster zurückfalle. Ich esse weniger und bin leicht abzulenken. Außerdem spüre ich wie mich Hunger nicht mehr so wirklich stört. Die erste Mahlzeit esse ich, wenn ich Frühschicht habe, erst gegen 14 Uhr. Aber ich will keinen Rückfall, was bedeutet, dass ich mich teilweise zum Essen zwinge, manchmal auch mehr als Hunger da ist, denn ich möchte nicht, dass sich meine Freundin Sorgen macht.  Es ist schwierig, die Magersucht und alles darum herum loszulassen, aber ich gebe mein Bestes. Sarah versteht das manchmal nicht, aber sie gibt ihr Bestes, damit ich mich wohlfühle. Ich habe wirklich Angst, was passiert, wenn unsere Beziehung nicht ewig hält. Eine Katastrophe wäre das. Ich liebe sie so sehr, dass ich kaum atmen kann, wenn sie nicht da ist.

Seit fast zwei Jahren (am 18.12.) Habe ich mich nicht mehr geritzt. Es gibt Augenblicke, in denen ich kurz davor bin, aber ich tue es nicht. Bin ich noch krank, wenn ich daran denke, es aber nicht tue? Brauche ich noch Hilfe, wenn ich mir wünschte, ich hätte nie aufgehört? Fragen über Fragen und ich kenne die Antwort nicht.

Schönen guten morgen euch noch.
XOXO Nessie

Mittwoch, 24. August 2016

It's been a long day without you, my friend, and I'll tell you all about it when I see you again!

Ihr Lieben!

Endlich klappt es mal mit dem mehr schreiben! Die erste Woche der Ausbildung wäre geschafft und es ist gar nicht so übel wie gedacht. Na klar, ich hätte lieber eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, aber da hätte ich kein Geld bekommen. Ich frage mich sowieso, wie man erwarten kann, dass junge Menschen arbeiten gehen und dafür dann nichts bekommen. Denn glaubt mal nicht, dass jeder BAB oder Bafög bekommt! Ne ne, das bekommt kaum einer. Mein Antrag läuft immer noch. Aber egal, wenn ich einmal anfange, mich über unsere Politik aufzuregen, dann kann ich nicht mehr damit aufhören.

Es ist schön, dass der Sommer ein wenig wieder kommt. Ich mag die Kälte nicht. Sarah und ich haben uns heute einen Garten gekauft. Für EINEN EURO! :D Nee echt jetzt, der hat wirklich nur so wenig gekostet. Darin können wir jetzt ein bisschen arbeiten und uns den so gestalten, wie wir das wollen. Gleichzeitig können wir dort abschalten und die Ruhe genießen, sowie die Zeit zusammen, welche in den letzten Wochen wirklich zu kurz kommt. Dadurch, dass ich um 6:45 Uhr anfange zu arbeiten, muss ich um 5:50 Uhr aus dem Haus. Da wecke ich sie dann zum Verabschieden. Und das nächste Mal sehen wir uns um 17 Uhr wenn sie Feierabend hat. Das sind weniger Stunden als noch vor einem Monat und ich vermisse die Zeit mit ihr zusammen. Deswegen freue ich mich schon auf unser gemeinsames Projekt.

Mehr gibt es im Moment auch gar nicht zu erzählen. Ich hoffe, es geht euch gut da draußen in der grausamen und tristen Welt! <3

xoxo Nessie


Mittwoch, 3. August 2016

Wir leben auf einem blauen Planet, der sich um einen Feuerball dreht...

...mit nem Mond, der die Meere bewegt und du glaubst nicht an Wunder? Ein Schmetterling schlägt seine Flügel, die ganze Erdkugel bebt, wir haben überlebt - und du glaubst nicht an Wunder?

(Marteria - "Welt der Wunder")

Ihr lieben!
606 Tage bin ich heute clean. 606 Tage ohne mich zu Ritzen. An manchen Tagen vergesse ich wie es war, als ich ohne dem nicht zurechtkam. Doch an anderen Tagen ist es schwer, es nicht zu tun. Sie sind da, die Gedanken daran, die roten Linien wieder aufleuchten zu lassen, doch ich tue es nicht. Ich tue es nicht, weil ich nicht will. Ich will die traurigen Augen meiner Freundin hinterher nicht sehen oder ihre Enttäuschung spüren. Lieber setze ich mich zu meinem Kater und kraule ihn so lange bis er schnurrt. Das beruhigt mich. Wenn mir jemand vor zwei Jahren erzählt hätte, dass mein Leben jetzt so aussehen wird - ich hätte es nicht geglaubt, dass ich mir irgendwann keine Gedanken mehr um mein Gewicht machen würde oder eine eigene Wohnung haben würde. Es geschehen doch noch Wunder. Ich freue mich auf die nächsten Jahre mit meiner Freundin, doch ich habe Angst, was passiert, wenn sie mich verlässt. Wenn die Liebe zwischen uns nachlässt. Wenn sie merkt, dass sie mich nicht mehr will. Dann würde alles zurückkommen - die Angst, die Schmerzen, die Wut. Ich würde zurückfallen auf Punkt null. Wahrscheinlich müsste ich auch wieder in eine Klinik. Ich würde es nicht aushalten, sie zu verlieren.
Doch daran will ich nicht denken. Ich will nicht daran denken, was wäre wenn. Das raubt mir den Schlaf und die Energie.

Heute hat offiziell meine Ausbildung zur Floristin angefangen, und obwohl es keiner meiner Traumjobs ist, bin ich auf die nächsten Jahre gespannt. Erwartungsvoll, was die Ausbildung mit sich bringt. 

xoxo Nessie



Dienstag, 2. August 2016

Der Mensch ist elektrisch...

... Seit du weg bist, bin ich ohne Strom.
Prinz Pi - "Laura"

Ihr lieben!

Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Eine, die ich bis jetzt eigentlich niemandem erzählt habe, bis auf meiner Psychologin und meinem plüschtier. Die Geschichte des Tages, an dem für mich die Welt stehenblieb.

Es war der 02.august 2011. ein Sommertag in den Ferien zur zehnten Klasse. Anne und ich hatten uns seit Ende Januar nicht mehr gesprochen oder miteinander geschrieben, und ich hatte schon fast vergessen, dass wir jemals beste Freunde waren. M. Und ich schrieben den ganzen Tag miteinander, aber auch er hatte nichts mehr von ihr gehört. Ich tat an diesem Tag das, was ich immer tat. Ich ging zu Freunden, hörte Musik und rauchte viel zu viel. In wenigen Tagen sollte die Schule wieder beginnen, also beschriftete ich nachmittags einige Hefter. Mein Handy hatte ich fast den ganzen Tag nicht angerührt. Als ich abends draufsah, hatte ich bereits zwei verpasste Anrufe. Von ihr. Ich wollte gerade zurückrufen, als meine Eltern mich zum Abendessen riefen.
"Dann eben später. Sie hat sechs Monate nichts gesagt, da kann sie eine Stunde warten", dachte ich mir.
Ich ging also runter und quälte mir das Essen rein, denn irgendwie sorgte ich mich doch. Sie hatte doch keinen Kontakt mehr gewollt? Warum also jetzt?
Leider bin ich ein vergesslicher Mensch. Sobald ich zurück in meinem Zimmer war, hatte ich verpeilt, was ich tun wollte. Also stieg ich unter die Dusche und sang vor mich hin. Ich ließ mich vor meinem Laptop nieder und spielte bis spät in die Nacht Sims. Irgendwann schlief ich und wachte mit einem sehr ungutem Gefühl auf. Auf meinem Handy Display standen dreizehn verpasste Anrufe. Ausschließlich von ihr. Mein Herz begann zu rasen. Ich tippte schnell, doch das Akku war leer. Ich erreichte lediglich die Mailbox. Wie verrückt versuchte ich sie zu erreichen. Doch nichts geschah. Später am Tag, es war der 03.august, erhielt ich eine Mail ihres Verlobten, in der er mir erklärte, was geschehen war. In der letzten Nacht beging meine beste Freundin selbstmord, obwohl sie in einer psychiatrischen Klinik war. Sie hatte einen der plastiklöffel gestohlen und in der Mitte zerbrochen, sich ihn dann in den Arm gerammt hatte. Sie war alleine verblutet. Ich las und las und zerbrach. Meine Lungen füllten sich nicht mehr mit Luft. Ich schrieb ihm eine sms, wann sie gestorben sei. Er antwortete: 
"gegen 3 Uhr nachts."
Ich schaute erneut auf meine anruferliste und erschrak. Der letzte Anruf war um 2:30 Uhr gewesen. Wir  telefonierten kurz, dann rief ich M.an und erklärte es ihm unter Tränen.
Ich weiß bis heute nicht mehr, wie die Wochen danach waren. Sie sind gelöscht als wären sie nicht existent. Ich erinnere mich lediglich an die Zeit in Frankreich und weiß nur, dass ich nicht auf ihrer Beerdigung gewesen bin.

Ich musste das mal loswerden.
XOXO eine tieftraurige Nessie 

Sonntag, 31. Juli 2016

Ich trink auf dich mein Freund!

... auf jeden Tag aus uns'rer Zeit, auf das, was geht und das, was bleibt. Ich trink auf dich mein Freund. Ich heb auf dich mein Glas! Auf das, was kommt und das, was war!
(Mark Forster "Ich trink auf dich")

Ihr Lieben!

WOW. Einfach nur wow, was da in den letzten Wochen alles passiert ist. Erst einmal - bin wieder in Rostock gelandet. Unsere Wohnung sieht echt hammermäßigoberaffengeil aus und wir halten - relativ - Ordnung. Die neue Arbeit ist eigentlich ganz cool, außer das frühe Aufstehen und, dass ich jeden Samstag arbeiten muss, aber nichts ist perfekt, oder? Morgen beginnt die wohl härteste Woche für mich. Die erste Augustwoche war noch nie mein Ding. Morgen wären meine Eltern 20 Jahre verheiratet, wenn mein Vater nicht so ein ... NARZIST wäre und meine Mutter nicht betrogen hätte. Mittwoch ... oh, Gott, ich habe solche Angst vor Mittwoch. Ihr Todestag. Und Lee ist in Italien... Ich will das nicht noch einmal erleben. Ich will hier nicht nachmittags alleine sitzen und versuchen, den Tag zu überstehen. Letztes Jahr ging es gut, weil ich viel zu tun hatte, aber dieses Jahr ... Und wenn ich jemandem alles erzähle, was mich jedes Jahr wie ein Stein erschlägt an diesem Tag, bin ich dann nicht das, was ich nie sein wollte? Ein Aufmerksamkeit suchendes, jammerndes Etwas, das mit der Realität nicht zurechtkommt? Fünf Jahre ist es jetzt her und ich weiß nicht, ob ich JEMALS damit klarkommen werde, dass sie gegangen ist. Klar kann ich es verstehen. Ich weiß nur nicht, warum genau zu diesem Zeitpunkt? Und die Frage, die mich seither quält ... WARUM BIN ICH VERDAMMT NOCHMAL NICHT ANS TELEFON GEGANGEN?!
Ich versuche, mir diese und weitere Fragen nicht mehr zu stellen, aber es ist schwer. Und es ist schwer mit dem größten Verlust, ohne jegliche "Hilfsmittel" auszuhalten. Jahrelange ignorierte ich diesen betäubenden Schmerz oder füllte die aufkommende Leere mit körperlichen Schmerzen und leerem Magen. Ich weiß, dass ich das nicht mehr tun darf. Schneiden ist nicht. So wie alles andere, dass mich verletzt. Ich entscheide mich bewusst dagegen. (Gibt es eigentliche eine Marke fürs Clean vom SvV sein, so wie diese 100 Tage-Münzen für trockene Alkoholiker? Wäre doch mal geil)

Ich hoffe nur, dass ich das alles irgendwie packe, Und ich hoffe ganz fest, dass es euch da draußen gut geht, denn ich verzweifle an dieser Welt komplett. Menschen, die Menschen töten, weil sie Menschen sind und lieben. Ich versteh es nicht mehr ... Deshalb versuche ich jetzt, die Woche positiv anzugehen und ... naja, am Leben zu bleiben.

xoxo Nessie

Montag, 13. Juni 2016

Heut' noch denk ich dran, als ob's gestern war. Bist schon immer weg, wenn's auf Partys am Besten war...

... red mir einfach ein, dass es deine letzte war. Hoff' du bist angekommen!

(Ein Brief zum 23. Geburtstag)

Liebe Anne,

erst einmal wünsche ich dir alles herzlich Gute und Liebe zum Geburtstag. 23... was für eine große Zahl. Zu schade, dass du es nicht lebend erlebst. In den letzten Monaten und Jahren, die ich nicht mit dir teilen durfte, ist so viel passiert. Ich mein, denk doch nur mal an dein kleines Mädchen. Wie alt ist sie jetzt? Sieben? Sie hat ihre Einschulung alleine verbracht, nur mit ihrem Adoptivvater, der dich mehr als alles andere geliebt hat. Ich habe keinen Kontakt mehr zu deinen Leuten, nur noch zu M., falls du dich an ihn erinnern solltest, deshalb weiß ich nicht, wie ihr Leben seit deinem Fortgehen aussieht. Ich weiß nur, wie es bei uns ist. Aber ich will ja nicht jammern. Es ist nicht alles Schlecht und zu deinem Ehrentag will ich dir nur positive Sachen entgegenbringen, das war dir früher ja schon wichtig. Also, erst einmal habe ich wahrscheinlich die Liebe meines Lebens gefunden - ein Mädchen. Ich weiß, dass das für dich kein Problem ist (trotz deiner extrem katholischen Eltern). Ich weiß, dass du jeden Menschen liebst, egal welches Geschlecht, Alter oder Hautfarbe. Du bist der Inbegriff von Nächstenliebe.♥
Desweiteren, meine liebe Freundin, bin ich seit fast anderthalb Jahren ohne Ritzen und seit knapp zweieinhalb Jahren kotzfrei. Das ist anstrengend und schwer (und ich will gar nicht wissen, was passieren wird, sollten Sarah und ich uns jemals trennen), aber es lohnt sich, die Kontrolle zu behalten.
M. studiert jetzt in Hannover Maschinenbau. Er hat es tatsächlich an die Uni geschafft. Er war sogar in Japan für ein paar Wochen. Wir haben es sogar geschafft, uns mal persönlich zu treffen. Er ist wirklich nett und du würdest seine Gedichte lieben. Ich weiß ja, wie sehr du die Poesie liebst.

Sarah und ich ziehen wieder nach Rostock und wir kriegen alles geregelt, wie wir es wollen. Eine Hängematte auf dem Balkon, eine Tiefkühltruhe und viel Platz für unsere drei Fellknäule. Es wird alles so wundervoll und ich wünschte, du könntest es miterleben. Aber ich weiß, dass du uns zusiehst, dass du lächelst und auf uns Acht gibst. 

Einen wundervollen 23. Geburtstag wünsche ich dir, liebste Freundin.
xoxo Nessie